Die Buntesrepublik stellt sich vor…

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Das Mentoring-Projekt School meets School im Körnerkiez geht ab August 2015 in die vierte Runde. Wir kooperieren dabei mit der Albrecht-Dürer-Oberschule und den Grundschulen Konrad-Agahd und Peter-Petersen und werden vom Quartiersmanagement Kör
Verein Buntesrepublik unterstützt Grundschüler Neukölln. Vor zwei Jahren gründeten junge Neuköllner mit Migrationshintergrund den gemeinnützigen Verein Buntesrepublik. Ziel der Gründer ist es, in sozialen und kulturellen Projekten das Zusa
Mentoring Projekt in Neukölln: School meets School Projekt der Buntesrepublik e.V. in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Körnerpark, der Albrecht-Dürer Oberschule und den beiden Grundschulen Peter-Petersen und Konrad- Agahd. Der Ver
Mit Unterstützung funktioniert alles besser Ziel des Projektes „School meets School“ der Buntesrepublik e.V. ist es, Schüler*innen des Albrecht-Dürer-Gymnasiums mit Kindern der Konrad-Agahd- und Peter-Petersen-Schule zusammenzubringen. Duy
Beim Verein "Buntesrepublik" engagieren sich junge Menschen für Neuköllner Kinder. Neukölln. Vor fünf Jahren gründeten junge Neuköllner den interkulturellen Verein Buntesrepublik. Seitdem stehen sie Grundschülern zur Seite, lernen mit ihne

aus der Körerpost

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Mit Unterstützung funktioniert alles besser

Ziel des Projektes „School meets School“ der Buntesrepublik e.V. ist es, Schüler*innen des Albrecht-Dürer-Gymnasiums mit Kindern der Konrad-Agahd- und Peter-Petersen-Schule zusammenzubringen. Duygu Gülfirat und Cansu Karaduman, die das Projekt seit zwei Jahren leiten, studieren Lehramt für die Oberschule mit den Fächerkombinationen Deutsch, Philosophie und Ethik bzw. Deutsch und Arbeitslehre. Im September geht „School meets School“ in die dritte Runde.

Mattern: Frau Karaduman, Frau Gülfirat, beim Verein Buntesrepublik geht es darum, den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Warum sind Sie Mitglied bei Buntesrepublik geworden?

Duygu Gülfirat: Als mein Cousin diesen Verein mit elf Anderen gegründet hat, war ich begeistert, weil ich mich schon immer ehrenamtlich engagieren wollte. „School meets School“ passt so gut zu uns als Lehramtsstudentinnen, weil das Projekt mit Kindern und Schülern zu tun hat. So bekommen wir schon vorab einen Einblick.

Cansu Karaduman: Als ich von dem Verein hörte, dachte ich sofort, wow, jetzt hast du endlich die Möglichkeit, aktiv zu werden. Es hat ja auch einen Grund, warum wir Lehrerinnen werden wollen. Schule ist wichtig, und man hat viele Möglichkeiten, Schüler*innen auf ihrem Schulweg zu unterstützen.

Mattern: Bei School meets School treffen Abiturient*innen als Mentor*innen auf Mentees, d.h. Grundschüler*innen der 5. Klassen. Wobei unterstützen die Älteren die Jüngeren? Geht es ausschließlich um Schulangelegenheiten?

Gülfirat: Es geht um alles, was die Schüler beschäftigt. Bei den wöchentlichen Treffen sollen am Anfang Schulsachen erledigt werden, aber anschließend können die Mentoren und Mentees auch gemeinsam etwas spielen. Manchmal macht die ganze Gruppe auf spielerische Weise z.B. Englisch- oder Matheaufgaben. Wir wollen nicht, dass die Kinder denken, sie kommen gerade von der Schule und machen wieder Schule, sie sollen Spaß haben. Genauso können sie Gespräche führen, denn viele Kinder vertrauen ihren Mentoren gerne etwas an. Bei Problemen versuchen die Mentoren, mit ihnen eine Lösung zu finden und bei Bedarf helfen auch wir noch mal weiter. Unser Ziel ist es, etwas Dynamisches entstehen zu lassen, eine Freundschaft, die über die Schule hinausgeht. Gleichzeitig haben die Mentoren eine Vorbildfunktion.

Mattern: Können sich Grundschüler*innen auch selbst für das Projekt anmelden?

Karaduman: Nein, die Grundschullehrer schlagen Kinder vor, bei denen sie Potenzial sehen, aber auch Bedarf für etwas Unterstützung. Das Projekt ist dazu da, dass Fünftklässler Unterstützung von Abiturienten bekommen, die im gleichen Kiez groß geworden sind und dort auf ein Gymnasium gehen.

Mattern: Dann müssten die Mentees vom ersten Jahrgang ja mittlerweile am Albrecht-Dürer-Gymnasium angekommen sein?

Karaduman: Ja, wir haben vom Direktor schon gehört, dass sich einige an der ADO beworben haben, weil sie die Schule schon vom Projekt kennen und deshalb gerne dorthin gehen wollen.

Mattern: Wie groß ist das Interesse der Schüler*innen an dem Projekt?

Gülfirat: Es macht ihnen Spaß und sie kommen gerne. Das merken wir auch daran, dass sie selten fehlen.

Karaduman: Die Mentoren sind beispielsweise auch geblieben, wenn ihre Mentees nicht da waren und haben in anderen Gruppen mitgearbeitet. Daran merken wir, dass sie sehr motiviert sind und absolut dahinter stehen. Wir sind sehr begeistert von unseren Mentoren und freuen uns auch, dass die vom letzten Jahr gerne weitermachen wollen. Deshalb sind unsere Mentoren dieses Jahr etwas älter. Normalerweise sind sie zwischen 16 und 18 Jahre alt.

Mattern: Wie werden die Jugendlichen denn auf ihre Mentor*innenrolle vorbereitet?

Karaduman: Durch Workshops, die wir mit ihnen machen. Unsere Mentees lernen wir durch Hospitationen an den Grundschulklassen kennen. Wir sprechen mit den Lehrern, um einen Einblick zu gewinnen, ob die Schüler eher schüchtern oder aktiv sind und überlegen, mit welchem Mentor dieser Mentee gut zusammenarbeiten könnte. Bei den Kennenlerntreffen fragen wir sowohl die Mentees als auch die Mentoren nach ihren Favoriten und schauen dann, ob unsere Einschätzung passt.

Mattern: Warum, glauben Sie, brauchen Kinder und Jugendliche aus dem Körnerkiez ein Projekt wie „School meets School“?

Karaduman: Ich würde das nicht nur auf den Körnerkiez beschränken. Ich bin der Meinung, dass es ein wichtiges Projekt ist und es wäre schön, wenn es Projekte dieser Art mehrfach geben würde, denn an jeder Schule gibt es Kinder, die Unterstützung brauchen. Bis zu einem gewissen Alter sollte man immer Unterstützung haben. Vielleicht ist einem das gar nicht bewusst, aber sobald sie da ist, fühlt man sich wohler. Wenn ich an unsere Schulzeit zurückdenke, da hätte ich auch gerne Unterstützung gehabt! Mit Unterstützung funktioniert alles besser, nicht nur für die Mentees. Wir haben auch für unsere Mentoren eine Mentorenrolle eingenommen.

Gülfirat: Vor allem für Kinder, die keine Unterstützung durch die Familie oder den Freundeskreis haben, ist diese Unterstützung wichtig. Cansu und ich sind beide die ältesten Geschwister in der Familie und können jetzt unseren Geschwistern sehr gut helfen. Sie stellen dieselben Fragen wie unsere Mentoren: Wie bewerbe ich mich, wie melde ich mich an, wie ist das Unileben? Wir haben jetzt eingeführt, mit den Mentoren an eine Uni zu gehen, das fanden sie ganz toll. Ein Dozent hat uns herumgeführt und Fragen beantwortet. So sind nicht nur die Mentoren für die Mentees da, auch die Mentoren bekommen etwas.

Mattern: Werden denn auch die Eltern einbezogen?

Gülfirat: Sie kommen, um das Projekt und uns kennenzulernen und werden natürlich auch zum Zwischentreffen mit den Lehrern und zum Abschied eingeladen.

Karaduman: Aber möchten das gerne ausbauen, denn es ist wichtig, dass die Eltern dahinter stehen und wissen, was wir bei unseren wöchentlichen Treffen machen. Wir wünschen uns, dass die Eltern etwas aktiver werden.

Mattern: Im neuen Schuljahr geht „School meets School“ in die dritte Runde. Diesmal haben Sie beide aber noch eine zusätzliche Aufgabe?

Gülfirat: Wir machen ein Unterrichtspraktikum an der ADO, für Cansu ist es schon das zweite. Wir sind beide schon sehr gespannt.

Die Fragen stellte Claudia Mattern

„School meets School“ ist ein Projekt der buntesrepublik e.V. und wird mit finanziellen Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt unterstützt.

(in gekürzter Version erschienen in der Körnerpost. Quartierszeitung für den Körnerkiez, 84. Ausgabe, September 2014 / Foto: Claudia Mattern))

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