Die Buntesrepublik stellt sich vor…

Integration vs. Inklusion

Inklusion1

Integration – ein Begriff, der in den letzten Jahren für intensive Debatten gesorgt hat, den man durch die Medien öfter aufgreift als einem selbst bewusst ist und bei dem die Diskussionen kein Ende nehmen. Nicht nur die Schlagzeilen der täglichen Medien, auch die Politik und die Gesellschaft konzentrieren sich auf den Begriff der Integration. Man möchte sich, was die soziale Integration angeht, für den Einbezug von Migranten in die Gesellschaft einsetzen. Man möchte eine gelungene Integration erreichen. Jedoch werden im Hinblick hierauf einige wichtige Punkte und Fragen außer Acht gelassen. Was heißt das genau „gelungene Integration“? Und wenn man das erreicht hat, wie geht es dann weiter? War es das schon?

Der Verein hat sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt, wobei die Antwort auf diese kurz und knapp ist: Inklusion. Die Inklusion ist das, worauf es in jeder Gesellschaft letztendlich ankommt – die Akzeptanz jedes Individuums und dessen freie Entfaltung. Jeder ist ein Teil der Gesellschaft. Jeder hat das Recht, wie alle Anderen an ihr teilzunehmen und gleich behandelt zu werden. Es darf niemand aufgrund seiner Behinderung, Sexualität, Nationalität, Religion oder sonstigen Merkmalen diskriminiert oder ausgeschlossen werden. Die Inklusion geht von einer bedenkenlosen Chancengleichheit und dem Recht auf Selbstbestimmung aus. Wir folgern daraus, dass das Prinzip der Inklusion an das Gleichheitsrecht aus dem Art. 3 des Grundgesetzes gekoppelt ist und es wie jedes andere Grundrecht jedem Menschen und Bürger zusteht.
Wir wollen an dieser Stelle die Besonderheit der ethnischen bzw. sozialen Inklusion hervorheben und verdeutlichen, dass diese in ihrer Bedeutung für eine gemeinsame ausgeglichene Wertegemeinschaft einer größeren Aufmerksamkeit bedarf, als es bisher getan wurde. Vor allem in einem Land, in dem die verschiedensten kulturellen Identitäten aufeinander treffen und seit Jahrzehnten miteinander leben, darf dies nicht vernachlässigt werden. Die Integration fördert und bringt es zwar erst dazu, dass Migranten durch Akzeptanz beider Seiten ein Teil der Gesellschaft werden und an ihr teilnehmen. Allerdings werden sie innerhalb der Gemeinschaft immer noch als „anders“ angesehen und stellen stets – selbst nach Jahrzehnten und egal welcher Generation man angehört – eine eigene separate Gruppe dar. Es hat sich das Selbstverständnis in die Köpfe der Menschen eingenistet, dass man immer noch von „UNS“ und „DENEN“ spricht, womit man „DENEN“ das Gefühl vermittelt, anders zu sein und nicht dazuzugehören. Dieser Fehlschluss muss aufgehoben werden.

An dieser Stelle knüpft im Prozess der Integration das Modell der Inklusion an, das einen Schritt weiter geht und sagt, dass die Unterschiedlichkeit der Menschen Normalität werden soll. Keiner darf das Gefühl bekommen, anders und nicht ein Teil der Gesellschaft zu sein. Das Dazugehörigkeitsgefühl jedes einzelnen kann jedoch nur gestärkt werden, indem man von einem „Wir“ spricht und nicht in „Uns“ bzw. „Die“ unterteilt; insbesondere, indem man jede Vielfalt und Unterschiedlichkeit als ein Element des Ganzen ansieht, das die Gemeinschaft bereichert. Demnach wird durch die Einbeziehung verschiedener, sich voneinander unterscheidender Gruppierungen, eine neue allumfassende Gemeinschaft geschaffen, welche jeden mit einbezieht und jedem gleichermaßen das Gefühl und das Recht gibt, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und diese mit formen zu können. Somit sollte die Inklusion als Ziel der Integration mehr beachtet und im Prozess berücksichtigt werden.

Die Buntesrepublik e.V. erarbeitete und unterstützt das Prinzip der Inklusion, da es uns nicht reicht, dass Menschen mit Migrationshintergrund nur in die Gesellschaft einbezogen werden. Wir arbeiten darauf hinaus, dass die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in einer Gemeinschaft leben, in der jeder Einzelne die gleichen Chancen erhält und jedem bewusst ist, dass jeder andere Mitbürger ebenfalls ein Bestandteil des Ganzen bzw. der „bunten“ Bundesrepublik ist.

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